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Eröffnung Anna Spiegel Forschungszentrum

Feierliche Übergabe eines Forschungszentrums an die Wissenschafter der Meduni Wien


 Zum ersten Mal wird ein Gebäude der Medizinischen Universität Wien nach einer Person benannt: Anna Simona Spiegel-Adolf ist Namenspatronin für das neu errichtete Forschungsgebäude. Es ist das erste ausschließlich der Forschung gewidmete Objekt der MedUni Wien. Anna Spiegel habilitierte sich Anfang der 30er Jahre als zweite Frau überhaupt in Medizin in Wien. Mit der heutigen Benennung zollt die MedUni Wien den VertreterInnen ihres Faches Anerkennung. Im Anna Spiegel Forschungsgebäude wird auf vier Ebenen und 8.000 m² hauptsächlich „Translationale Forschung“ betrieben.

 

Im Mittelpunkt des Anna Spiegel Forschungsgebäudes wird die interdisziplinäre Grundlagenforschung zur Entstehung von Krankheiten stehen, deren Ursache bisher in einem weiten Bereich unbekannt ist. Dies betrifft beispielsweise das Thema Arteriosklerose, aber auch die Mechanismen der Gefäßneubildung und damit die Krebsforschung. Waren die Forschungslabors bisher über mehrere Standorte verstreut, können die WissenschafterInnen jetzt gemeinsam an einem zentralen Standort arbeiten und ihre aktuellen Ergebnisse kontinuierlich untereinander austauschen. Dieses „Miteinander“ statt „Nebeneinander“ wurde zwar schon bisher an der MedUni Wien praktiziert, doch nun findet es auch eine räumliche Entsprechung mit hochmoderner Ausstattung.

Dazu zählen vor allem die drei Grundeinheiten, die am neuesten Stand der Technik sind. Die neue » Core Facility Imaging wird dabei mit zwei der aktuellsten Technik entsprechenden Laser Scan Mikroskopen sowie mehreren Fluoreszenzmikroskopen und Durchlichtmikroskopen ausgestattet sein, die hochauflösende Darstellungen auf Zellebene ermöglichen. Die » Core Facility Genomics wiederum ist eine Serviceeinrichtung mit dem Ziel, genetische Ursachen weit verbreiteter Erkrankungen mittels Hochdurchsatz-Analysen zu charakterisieren. Die weitere zentrale Einheit ist die Durchflusszytometrie (» Core Facility Flow Cytometry), für die Charakterisierung und die High-Speed Sortierung zellulären Materials.

Diese Kerneinheiten stehen nun unterschiedlichen Fachgebieten zur Verfügung, die jedoch in vielen Bereichen an gemeinsamen Problemstellungen forschen. Denn genetische Veränderungen oder bestimmte Mechanismen bei der Zellbildung betreffen im Prinzip alle hier vertretenen Forschungszweige. Dazu zählen die Dermatologie, die Kardiologie, die Pädiatrie, die Vaskuläre Medizin und die Chirurgie genauso wie die Onkologie. Schließlich wirkt sich beispielsweise die Gefäßneubildung (vaskulär) auf die Entstehung von Tumoren (onkologisch) genauso aus, wie auf das Herz-/Kreislaufsystem (kardiologisch). Ähnliches gilt für die Kinderheilkunde oder die Erforschung von Hautkrankheiten.

Das Anna Spiegel Forschungsgebäude ergänzt die im AKH zur Verfügung stehenden Forschungsflächen von etwa 16.500 Quadratmeter um weitere 8.000 Quadratmeter und wird damit dem gestiegenen Raumbedarf gerecht. Darüber hinaus eröffnet das Haus den ForscherInnen aber auch neue Möglichkeiten für interdisziplinäres wissenschaftliches Arbeiten. Daher wird das Anna Spiegel Forschungsgebäude an der MedUni auch als „Center of Translational Research“ gesehen. Dies beschreibt den Austausch zwischen klinischen Fragestellungen und deren Erforschung sowie den Rückfluss neu gewonnener Erkenntnisse in die medizinische Betreuung und Therapie. Damit ist zusätzlich gewährleistet, dass die PatientInnen des Universitätsklinikums AKH nicht nur stets jene Versorgung erhalten, die weltweit „State of the Art“ ist, sondern neueste Forschungsergebnisse auch ohne Umwege sofort in den Klinischen Bereich integriert werden können.


 

Fotocredit: MedUni Wien